Wo wird Mentoring eingesetzt?

Im Internet findet man viele Definitionen von Mentoring, die sich bisweilen deutlich voneinander unterscheiden. Generell wird als Mentoring die Beratung einer unerfahrenen Person (Mentee) durch eine erfahrene Person (Mentor*in) bezeichnet. Diese gibt ihr Erfahrungswissen weiter und unterstützt den Mentee in der persönlichen oder beruflichen Entwicklung. Der Begriff kommt aus der griechischen Mythologie, in der ein Freund von Odysseus namens „Mentor“ dessen Sohn als väterlicher Freund und Erzieher zur Seite stand.

Das Verständnis von Mentoring kann sich im Profit- und im Non-Profit-Bereich stark unterscheiden. In Unternehmen fungiert Mentoring zum Teil dafür, neue Mitarbeiter*innen gut im Unternehmen zu etablieren. Der Mentor wird dem Mentee zugewiesen, steht auf einer höheren Hierarchiestufe, schließt Zielvereinbarungen mit dem Mentee ab und entscheidet mit über die Probezeit. Eine Weiterentwicklung besteht im Cross-Mentoring, wo Mentee und Mentor aus verschiedenen Unternehmen stammen.

Im Non-Profit-Bereich ist es eher üblich, dass sich die Mentees ihre Mentor*innen selbst aussuchen oder Kriterien angeben, die für sie relevant sind. In diesem Fall übernimmt die für das Mentoring-Programm zuständige Organisation das Matching. Mentee und Mentor*in haben nicht denselben Arbeitgeber und stehen in einem hierarchiefreien Verhältnis zueinander. Dieses klassische Mentoring gibt es in vielen Bereichen, und jedes Programm setzt eigene Akzente: Studierende beraten Erstsemester, Post-Docs beraten Nachwuchswissenschaftler, Unternehmerinnen angehende Existenzgründerinnen. Viele Programme sind aufgrund struktureller Benachteiligungen auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet. Es gibt zum Beispiel Programme für Frauen auf dem Weg in Führungspositionen, für Erstakademiker*innen und für Geflüchtete. Neben dem One-to-one Mentoring verbreitet sich insbesondere an Universitäten das Peer-Mentoring in Gruppen, wo Studierende einander gegenseitig beraten.

Das Forum Mentoring e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Mentoring haben Qualitätsstandards für Mentoring-Programme definiert, die online nachzulesen sind und wichtige Kriterien für ein erfolgreiches Programm abbilden. Dazu gehören eine Reihe konzeptioneller und institutioneller Voraussetzungen sowie Programmelemente, die zur Stärkung der Mentoringbeziehung beitragen.

 

Hier finden Sie die erwähnten beispielhaften Mentoring-Programme:

Für Erstakademiker: ArbeiterKind.de 

Für Existenzgründerinnen: Gründerinnenzentrale 

Für Frauen auf dem Weg zur Professur: ProFil 

Für Geflüchtete: Xenion e.V.

Peer-Mentoring: Freie Universität Berlin